Dubai im Ramadan

Ramadan ist die Fastenzeit der Muslime, zu der von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang unter anderem auf Essen und Trinken verzichtet wird. Ramadan wird jährlich im 9. Monat des islamischen Kalenders zelebriert und findet somit nach westlichem Kalender jedes Jahr zu einer anderen Zeit – versetzt – statt. Der Ramadan startet und endet mit der Sichtung des Neumondes.

Da Ramadan nicht immer zur gleichen Zeit stattfindet, haben wir erst nach der Zielwahl gemerkt, dass wir noch im Ramadan ankommen werden. Wir waren uns nicht immer ganz sicher, ob wir unsere Dubai Reise trotz Ramadan buchen sollten. Uns war klar, dass es Einschränkungen geben wird. Der Umfang gestaltet sich je nach Land und Region sehr unterschiedlich. Die Fastenzeit gilt nur für Muslime – klar. Aber es bleiben, teils ganz banale, Fragen offen, z. B. wie groß wohl die Auswirkungen auf uns als Touristen und nicht-Muslime sind:

Darf man als Tourist in der Öffentlichkeit bei 40 Grad Wasser trinken?
Finden wir genug oder überhaupt geöffnete Restaurants?
Können wir Ausflüge buchen und finden diese überhaupt statt? 
usw.

Wir entschieden uns für einen Kompromiss: Die erste Hälfte des Urlaubes haben wir während des Ramadans und die zweite Hälfte danach verbracht.

Eine Reise in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist auch im Ramadan lohnenswert! 

Öffentlichkeit

Ja, man kann auch mal einen Schluck Wasser auf der Straße trinken. Es gibt Orte und Situationen, da ist es vielleicht etwas unangemessen und es gibt mehr als genug Gelegenheiten bei denen es möglich ist. An einigen öffentlichen Orten, z.B. in der U-Bahn, ist Essen und Trinken ohnehin verboten. Natürlich haben wir uns schon aus Respekt vor Religion und Kultur nicht mit einer Mahlzeit an den „Straßenrand“ gesetzt. Ein kleiner Snack zwischendurch oder etwas trinken sind aber gar kein Problem. Da man in Dubai aufgrund der Hitze tendenziell eher in klimatisierten Malls oder Restaurants isst und quasi keine Straßenstände (wie z.B. in Thailand) vorfindet, fiel Ramadan für uns essenstechnisch kaum auf. Nach Sonnenuntergang wird es voller in den Restaurants und auf den Straßen beginnt das Leben. Einen unverhältnismäßigen Ansturm haben wir im Ramadan in der Zeit in der wir vor Ort waren (Mai / Juni) aber nie erlebt. Uns war nicht bewusst, dass Ramadan vor Ort zelebriert und beworben wird. Man sieht viele Plakate und Aktionen. Am Burj Khalifa wird der Sonnenuntergang zu dieser Zeit sogar mit einer kleinen Videoshow eingeleitet. Die Stadt, Straßen und Malls sind mit dem Neumond geschmückt. Ramadan ist allgegenwärtig, aber nie hinderlich.

Restaurants

Für Kinder und Nicht-Muslime geöffnet

Auf den ersten Blick hat man das Gefühl, die Restaurants wären geschlossen. Niemand sitzt auf der Terrasse, die Straßen wirken leer. Nach genauerem Hinsehen sieht man aber überall das bekannte „Open / Offen“-Schild. Oft steht sogar noch jemand vor der Tür, der darauf hinweist, dass das Geschäft für Nicht-Muslime geöffnet ist. Alle Cafes und Restaurants sind mit dunklen Vorhängen oder Blickschutzwänden vor Einblicken geschützt und die Terrassen sind tagsüber geschlossen. Einerseits fanden wir es schade, da das schöne Wetter zu einem entspannten Snack auf der Terrasse einlädt und man selbst in Strandhotels drinnen sitzen muss. Andererseits war es im Juni ohenhin zu warm, um zur Mittagszeit in der Sonne zu essen. Der Eingang der Restaurants ist entweder durch Vorhänge oder ein „kleines Labyrinth“ aus Aufstellern verdeckt. Nur wer wirklich hineingeht kann auch einen Einblick gewinnen – und dann waren wir doch sehr erstaunt. Von außen ist nicht ersichtlich, dass die Cafes und Restaurants teils so gut besucht sind. Im Laden selbst war dann alles wie immer und es gibt keine weiteren Einschränkungen. Auch die FoodCourts in den Malls in Dubai und Abu Dhabi sind geöffnet. 

Hotels

Auch in den Hotels werden gastronomische Einrichtungen abgehangen und die Terrassen tagsüber geschlossen. Wir haben im Ramadan in einer Unterkunft mit Selbstverpflegung gewohnt. Zu dieser Zeit waren wir viel unterwegs und haben die Stadt erkundet. Somit haben wir keinerlei Einschränkung empfunden. In einem All Inclusive Badehotel hätten wir es vielleicht schade gefunden, aus dem Restaurant heraus keine Aussicht nach draußen zu haben. Aber tagsüber nicht draußen zu essen, hätten wir zu dieser Jahreszeit jedoch auch im All Inclusive Hotel nicht als Nachteil wahrgenommen. Bei dieser Hitze wäre es, wenn überhaupt, für uns sowieso nur selten in Frage gekommen. 

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Freizeitaktivitäten

Bei unseren Ausflügen (Sightseeing-Touren in Dubai, Tagesausflug nach Abu Dhabi, Ferrari World, Wüstentour, Bootstour usw.) haben wir keinerlei Einschränkungen im Ramadan erlebt.
Im Gegenteil: Viele Anbieter und Attraktionen bieten zu dieser Zeit sogar vergünstigte Tickets. Das kann an den ohnehin weniger besuchten heißen Sommermonaten gelegen haben, in denen weniger Touristen in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen und einige Tourenanbieter daher mit Sonderangeboten locken. Vielleicht ist die Kombination Ramadan und Reisezeit aber auch einfach besonders attraktiv für Ausflüge und Touren.

Insbesondere fürs Sightseeing und Ausflüge ist der Ramadan-Monat auf Grund der teilweise günstigeren Preise und weniger Besuchern vor Ort von Vorteil.  Für einen reinen Badeurlaub sollte man beachten, dass nicht immer alle Bars, Cafes und Restaurants geöffnet sind bzw. nicht im üblichen Umfang. Getränke oder Snacks mit Aussicht auf der Terrasse oder am Strand wird man tagsüber nicht genießen können.


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