Reisetagebuch Oahu – Hawaii

Tag 36-43

Nach ein paar Tagen auf Big Island ging es für uns weiter auf die Hauptinsel Oahu. Hier hatten wir dann noch eine weitere Woche Zeit zusammen mit der Familie. 

Mit Hawaii verbinden viele Honolulu und den Waikiki Beach. Obwohl Oahu nicht die größte der hawaiianischen Inseln ist, ist der Waikiki Beach aber doch die bekannteste Sehenswürdigkeit.

Im Nachhinein war es wirklich gut, dass wir auf der Weltreise immer wieder zwischendurch auch mal ein paar freie Tage am Strand, oder wie auf Hawaii drei Wochen gemeinsam mit der Familie hatten. Das war dann wie Urlaub gewesen. Auch wenn es für den Einen oder Anderen komisch klingen mag. Den Urlaub braucht man dann auch zwischendurch bei dem ganzen Reisen! Einfach um mal etwas runter zukommen und das bereits erlebte zu verarbeiten, um neue Eindrücke sammeln zu können. 

Unsere Unterkunft

Auf Oahu haben wir uns für eine AirBnB Unterkunft entschieden. Diese hatte für uns das Beste Preis-Leistungsverhältnis und eine super Lage. Vom Flughafen nur rund 30 Minuten entfernt (bei Abflug früh morgens immer sehr angenehm). Zum Waikiki Beach haben wir circa 15 Minuten gebraucht. Mit der Lage im Süd-Osten der Insel waren wir sehr zufrieden – gute Ausgangslage.

Die Unterkunft befand sich nördlich des Diamond Heads, auf einem Hügel. Da war das spazieren gehen in der Umgebung zwar immer eine kleine Herausforderung, aber dafür wurde man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt. Sowohl vom Wohnzimmer und dem Esszimmer als auch zwei der drei Schlafzimmer hatte man einen überragenden Ausblick! Die Wohnung befand sich im Obergeschoss eines kleines Hauses. Im Erdgeschoss hat die Vermieterin gewohnt. Dies hat an sich nicht gestört, nur die Außenanlage und Garage wirkten sehr vermüllt. Für den ersten Eindruck nicht perfekt.

Die Wohnung selbst war sauber, gut geschnitten, hatte drei Schlafzimmer und ein großes, helles Wohnzimmer. Auf der Rückseite des Hauses gab es eine kleine Terrasse mit Grill. Schade nur, dass es dort nur vier Stühle gab und wir somit leider nicht gemeinsam draußen essen konnten. Da die Aussicht von der Essecke drin aber so schön war, konnte man auch entspannt drinnen sitzen.

Unsere Highlights

Hanauma Bay Schnorcheln

Im Vorfeld hatten wir schon vieles zur Hanauma Bay gelesen. Schon da hatten wir lange hin und her überlegt, ob wir nun wirklich dahin fahren. Die Hanauma Bay ist einst durch einen Vulkanausbruch entstanden und wurde anschließend auf Grund ihrer Unterwasserwelt berühmt. Mittlerweile steht die Bucht unter Naturschutz und man muss Eintritt zahlen um in die Bucht zu gelangen.

Hanauma Bay

Direkt nach dem Eingang muss jeder Besucher zunächst in ein kleines „Theater“ um sich einen Film über die Verhaltensweise in der Bucht anzuschauen. Allein das führte schon zu leichtem Unbehagen bei uns. Auf der Einen Seite völlig unverständlich, dass man erklären muss, dass man keine Tiere anfassen, Korallen abbrechen, Müll in die Landschaft werfen soll usw. – für die meisten wohl selbstverständlich. Trotzdem gut, dass sie auf diesem Weg versuchen die Umwelt zu schützen und die Besucher daran erinnern. Traurig und erschreckend zugleich, dass man Menschen darauf hinweisen muss. Warum wurde schnell klar, denn scheinbar sind schon viel zu viele Menschen hierhin gefahren – so nun auch wir. Schon während des Films wurde uns immer mehr bewusst, dass diese Bucht wohl leider schon viel zu zerstört sein würde, sich bei anhaltendem Besucheransturm nicht erholen kann und wir unser übriges dazu taten.

Nachdem der Film gezeigt wurde kann man sich nun entscheiden, ob man die 400m runter in die Bucht läuft, oder ganz „Ami-like“ lieber mit einem kleinen Zug runter gefahren werden möchte (kein Elektro, sondern vom Dodge RAM gezogen). Wir entschieden uns natürlich fürs Laufen – die Aussicht während des Weges ist echt wunderschön. Aber schon jetzt konnten wir den Strand vor lauter Menschen kaum sehen. Unten angekomen haben wir uns gleich auf dem Weg ins Wasser gemacht. Doch wie befürchtet waren im Wasser kaum Tiere zu sehen und auch die Korallenwelt war sehr tot und „abgelatscht“. Ein kleines Highlight war eine Seerobbe die am Ende der Bucht am Strand in der Sonne lag und ihren eigenen abgesperrten Bereich haben durfte. Für uns ging es dann anschließend auch schon wieder zurück.

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Wir können die Hanauma Bay nicht zum Schnorcheln empfehlen. Gerade auf Hawaii gibt es genug “einsamere“ Strände an denen man viel besser schnorcheln kann.

Entlang der Osküste

Stairway to Heaven

Wir wollten eigentlich schon immer, wenn wir mal nach Hawaii kommen, die „Stairway to Heaven“ Wanderung auf Oahu machen. Doch seitdem dieser Wanderweg 2015 durch einen Sturm sehr beschädigt wurde ist er geschlossen. Das Problem ist, dass der Weg nicht nur geschlossen ist, sondern auf Grund des großen Ansturms von Touristen inzwischen hohe Strafen drohen, falls man sich trotzdem unerlaubt auf den Weg macht. Da der Weg ja aus guten Gründen geschlossen ist und wir das respektieren wollten und kein Budget für Strafen hatten 😉 war insbesondere Mandy zwar ein wenig enttäuscht, aber wir beschlossen diese Wanderung nicht auf eigene Faust zu probieren.

Koko Crater Trail – „Stairway to Hell“

Flo hatte glücklicherweise von einer Arbeitskollegin (danke Tine) den Tipp bekommen, dass es einen anderen wunderschönen und anspruchsvollen Wanderweg auf Oahu gibt, den „Stairway to Hell“ oder auch offiziell Koko Crater Trail. Nachdem wir uns kurz belesen hatten und festgestellt haben, dass dieser unweit unserer Unterkunft lag, haben wir beschlossen diese Wanderung zu machen.

Morgens nach dem Frühstück ging es los. Mit einer Gesamtlänge von 1,3 km pro Strecke klingt dies eigentlich nicht nach einer Wanderung, sondern einem Mittagsspaziergang. Der Weg führt auf den Koko Crater mit einer Höhe von 368m. Mit einem Höhenunterschied bei der Wanderung von circa 300 Höhenmetern wird dieser Weg schon schwieriger. Der Name „Stairway to Hell“ kommt nicht von ungefähr – das zeigt sich schnell. Das Gemeine an der Strecke ist zum Einen die Beschaffenheit.

Oben auf dem Berg befinden sich kleine „Verteidigungs-Bunker“. Zu Zeiten in denen diese in Betrieb waren wurden Personen und das Material über eine steile Eisenbahnstrecke auf den Berg gebracht. Die alten Schienen und Schwellen, sind nun der Untergrund des Wanderwegs. Diese sind sehr alt, kaputt und zum Teil fehlen Bahnschwellen, sodass auch die Abstände sehr unterschiedlich sind und keinen gleichmäßigen Laufrhythmus erlauben. In Summe umfasst diese Wanderung ca. 1050 „Stufen“ bis nach oben. Was diesen Wanderweg, nun aber noch extrem anstrengend und herausfordernd macht, ist die Steigung von 33-38% auf der gesamten Strecke. Somit wird aus einem kurzen Spaziergang ein durchaus anstrengender Wanderweg von 40-60 Minuten.

Da Flo die letzten Wochen durch das Dengue-Fieber sehr geschwächt war, war es eine doppelte Herausforderung für ihn. Wir haben gefühlt alle 100 Meter eine kleine Pause eingelegt. Aber auch für die „fitten“ unter uns war der Weg eine echte Herausforderung und wir waren froh, dass jeder einen Liter Wasser dabei hatte. Obwohl es noch früh am Morgen war und die Sonne noch nicht so gebrannt hat, waren wir alle fix und fertig. Wir können bis heute nicht verstehen, wie andere Personen diese Strecke als regelrechte Jogging- und Rennstrecke nutzen. Bei den Joggern die über die Bahntrassen „geflogen“ sind, sind wir bis heute zwischen „Respekt!“ und „Lebensmüde?“ hin und her gerissen. In Summe haben wir eine gute Stunde bis ganz nach oben gebraucht. Aber so konnten wir zwischendurch wenigstens die unterschiedlichen Aussichten genießen. Oben angekommen wurden wir dann mit strahlendem Sonnenschein und einer tollen Aussicht belohnt!

Feuerwerk

Jeden Freitag Abend um ca. 19:45 Uhr gibt es am Waikiki Beach in Honolulu ein öffentliches Feuerwerk. Da wir sowieso Mandy`s Eltern am Freitagabend zum Flughafen gefahren hatten, hatte es sich angeboten anschließend das Feuerwerk anzuschauen. Man kann das Feuerwerk nahezu vom gesamten Strand aus beobachten. Es dauert ca. 10 Minuten und war schön anzusehen. Man verpasst aber auch nichts, wenn man es nicht gesehen hat. Also am besten mit dem Besuch an der Promenade, Shopping oder Abendessen verbinden.

Pearl Harbor

Natürlich gehört ein Besuch des „Pearl Harbor“ zum Pflichtprogramm bei einem Hawaii Besuch. Es gibt zwei Möglichkeiten wie man Tickets kaufen kann. Man kann die Tickets vor Ort an den Kassen kaufen. Jeden Morgen werden eine bestimmte Anzahl an Tickets für den Tag verkauft. Die Warteschlangen sollen allerdings teilweise so lang sein, dass dies keine Option für uns war. Eine weitere Möglichkeit ist die Tickets im Voraus online zu kaufen. Mit genau 60 Tagen Vorlauf sind die Tickets für den jeweiligen Tag buchbar.

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Gerade, wenn man mit mehreren Personen hingehen möchte, empfiehlt es sich die Tickets weit im Voraus online zu kaufen. Wir haben uns für das Ticket USS Arizona Memorial + Narrated Headset entschieden. In die Ausstellung kommt man mit dem Ticket dann den gesamten Tag. Um das USS Arizona Memorial mit dem Boot zu besuchen, muss man sich bereits im Vorfeld für eine Uhrzeit entscheiden. Wir haben für uns für den Vormittag 11:00 Uhr entschieden.

Unsere Unterkunft war nur 20 Minuten von Pearl Harbor entfernt. Typisch deutsch haben wir uns bereits 40 Minuten vorher auf den Weg gemacht. Laut Google Maps gab es auch keine weiteren Einschränkungen. Allerdings wurden uns die typisch amerikanischen Abfahrten auf der Autobahn zum Verhängnis. So kam es wie es kommen musste und wir haben die Abfahrt verpasst. In der Theorie kein Problem, denn der Umweg entsprach nur zwei Kilometern und wir hatten ja genug Puffer. Problem war allerdings, dass wir genau auf diesem Umweg in einen Stau gefahren sind. So kam es, dass wir am Ende zehn Minuten zu spät an der Kasse waren. Nicht schon, dass es einem eh unangenehm ist zu spät zu erscheinen. Noch peinlicher wurde es, als der Ticketagent feststellte, dass wir Deutsche sind und eigentlich gar nicht unpünktlich sein könnten – touché :-). Netterweise konnte er uns auf einer Bootstour nur eine halbe Stunde später unterbringen.

Die Ausstellung auf dem Gelände war sehr beeindruckend, macht nachdenklich, zeigt beide Seiten und war für uns genau richtig in der Tiefe der Themen. Wir haben uns hier in Summe ca. 1,5 – 2 Stunden aufgehalten. Besonders beeindruckend und irgendwie bedrückend war dann die Überfahrt zur USS Arizona Memorial. Dort befindet sich das alte Wrack indem noch immer die Leichen der verstorbenen Seemänner liegen. Über dem Wrack wurde ein kleines Memorial zum Gedenken errichtet. Wir möchten dazu daher auch gar nicht zu viel schreiben. Der Besuch war für uns emotional und in jedem Fall lohnenswert.

Waikiki Beach und Honolulu

Wir waren natürlich mehrmals am Waikiki Beach. Sowohl zum entspannen am Strand und Meer, als auch um ein wenig an der Promenade entlang zu laufen. Es ist der Hot-Spot in Honolulu und drum herum ist immer etwas los.

In Summe war für uns die Zeit auf Hawaii natürlich eine schöne Abwechslung zur Rundreise. Wir konnten Zeit mit der Familie verbringen und hatten richtige „Urlaubs-Stimmung“. Umso schwerer fiel am Ende, insbesondere Mandy, dann der Abschied. Zum Einen wusste man nun, dass es für uns der letzte Familien-Besuch war. Zum Anderen war es einfach wieder ein erneuter Abschied, der vor Ort fast noch schwerer erschien, als zu Hause. Wenn man sich zu Hause verabschiedet und dann in den Urlaub fährt, dann ist man vor Ort in einer anderen Welt und „vergisst“ den Abschied schnell. Jetzt war es das erste Mal, dass bei Mandy ein wenig Heimweh aufgekommen ist, da man nun wieder an den Abschied „erinnert“ wurde.

Gut zu Wissen:

  • Hawaii ist nicht Hawaii: Uns war vorher gar nicht bewusst wie unterschiedlich die hawaiianischen Inseln doch sind. Die Vegetation könnte nicht unterschiedlicher sein. Auch bei den Aktivitäten zeigt jede Insel ihren eigenen Charakter. 
  • Family Time: Wir haben festgestellt, dass uns alleine nach fünf Wochen Weltreise die Zeit mir der Familie wieder richtig gut getan hat. Es natürlich total entschleunigt, dass wir nicht mehr auf Rundreise waren, sondern auf den Inseln gemeinsam in einer Unterkunft gewohnt haben. Man verbringt mit der Familie viel gemeinsame Zeit beim Essen, Spielen usw. In Summe waren die zweieinhalb Wochen auf Hawaii für uns ein Urlaub während der Weltreise! Wir können jedem empfehlen, gerade auf einer Weltreise, zwischendurch – wenn möglich – Zeit mit Freunden und Familie einzuplanen. Denn auch von einer Rundreise benötigt man „Urlaub“.
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