Reisetagebuch Shanghai

Tag 4-5

Morgens, pünktlich um 9 Uhr sollte unser Zug Richtung Shanghai starten. Ein sehr toleranter Taxi-Fahrer hat uns zur South-Railway Station gebracht. Taxi fahren ist hier wirklich günstig und eine komfortable Alternative zum Treppen-Marathon in der U-Bahn. In knapp einer Stunde sind wir für rund 8 EUR zum Bahnhof gefahren. Das Hotel hatte nur scheinbar versäumt dem Taxifahrer auszurichten, dass er kurz am Geldautomaten halten soll, denn leider war unser Bargeld alle und wie wir schon im Peking-Beitrag berichtet haben, ist das mit der Kartenzahlung so eine Sache. Die richtige Station hat er ja glücklicherweise mitgeteilt bekommen und wir suchten alle drei mit Händen und Füßen nach einer Lösung. Wie bei einem Geistesblitz guckte uns der Taxifahrer an und sagte „US-Dollar?“. Volltreffer! Flo hat immer einige Dollar Notreserve dabei. Das uns die in China helfen, hätten wir als letztes erwartet. Zum Glück haben wir bereits am Vortag die Zug-Tickets abgeholt, das entspannte die Sache ab jetzt. Los ging die Zugfahrt von Peking nach Shanghai, 1300km in ca. 4h. Ein kurzer Bericht dazu folgt demnächst.

Unser Hotel

Seitenstraße der Nanjing Road
Seitenstraße – hier lag das Hotel

Vom Bahnhof aus ging es dann dieses Mal ohne umsteigen ins Hotel Jinjiang Metropolo Hotel Classic Shanghai. Und das Beste, der Ausgang der Metro Station war nur 200m vom Hotel entfernt. Und dann gab es auch noch eine Rolltreppe. Naja, zumindest für die Hälfte der Treppen. Das Hotel lag direkt in einer Seitenstraße der berühmten Nanjing Road (Fußgängerzone & Einkaufsstraße) und war somit der perfekte Ausgangspunkt für die restlichen Tage in Shanghai. Mit einem kleinen Deal für das Frühstück am ersten Morgen haben wir netterweise ein Zimmer-Upgrade bekommen und hatten somit ein Zimmer in der 4. Etage bekommen. Das Zimmer war echt sehr schön, modern und großzügig. Hier haben wir uns sofort wohl gefühlt und schon fast bedauert, dass wir nur zwei Nächte bleiben würden. Dank Upgrade gab es auch noch eine Trinkwasser-Flatrate. Neben dem üblichen Wasser auf dem Zimmer, waren Trinkwasserflaschen auch in den Hotelfluren zu finden und wir haben uns jedes Mal beim Verlassen des Hotels mit Wasserflaschen versorgt – das ist ein echter Vorteil. Auch das Wlan hat für China sehr gut funktioniert. Bei der zentralen Lage war es in der Nacht allerdings etwas lauter. Da das 4-Sterne-Hotel einen guten Eindruck gemacht hat, war die Erwartung für das Frühstück am nächsten Morgen natürlich hoch gewesen. Es gab zwar sehr viel Auswahl und wer warme Speisen zum Frühstück mag, für den mag das Frühstück auch gut gewesen sein. Da wir dann doch eher typisch europäisches Essen bevorzugen, wurden wir ganz schön enttäuscht. Es blieb bei einmal Frühstück.

Erkundung der Stadt

Essen bei Vapiano
Essen bei Vapiano

Nach einer kurzen Erfrischung ging es für uns in nur einer Metro Station rüber über den Fluß Richtung Financial District. Hier befinden sich sämtliche Hochhäuser, Aussichtstürme usw. Nachdem wir nun schon nach 3 Tagen mal eine Abwechslung vom chinesischem Essen brauchten, führte uns der erste Weg direkt ins Vapiano – erstmal was „vernünftiges“ essen. Wie das so ist, haben wir bei dem Heißhunger gefühlt erstmal für 4 Personen bestellt. Wir haben uns schon lange nicht mehr so über einen grünen Salat gefreut. Der war sooo lecker! 

Promenade The Bund Shanghai
Promenade „Bund“

Das Highlight von Shanghai ist schlechthin die Promenade am Wasser, auch „Bund“ genannt. Super schön angelegt, sehr gepflegt. Man kann an beiden Seiten des Flusses entlanglaufen und hat einen einmaligen Blick auf die Skyline. Shanghai ist schon mal ganz anders als Peking. Viel moderner und sauberer. Auch Englisch wird hier immerhin schon ein bisschen mehr gesprochen. Wenn auch immer noch viel weniger, als wir vermutet hätten.

Andere lesen auch:  Reisetagebuch Big Island

Auf der einen Seite des Flusses befinden sich die älteren Gebäude, die berühmte Nanjing Road (Einkaufsstraße) und der schöne Park Yu Yuan Garten mit dem bekannten Tea-House in der Mitte, welches mit einer Zickzackbrücke verbunden ist.  

Auf der anderen Seite befindet sich das Financial District und die vielen hohen, modernen neuen Gebäude. Bei der vielen Auswahl an Sky-Towern fiel unsere Wahl nicht leicht, von wo aus wir die Stadt nun von oben sehen wollten. Schlussendlich haben wir uns für den auch als „Flaschenöffner“ bekannten Financial World Shanghai Tower entschieden. Dieser sollte nicht so voll wie die anderen Tower sein und hat sogar einen Glasboden. Gut der Glasboden entpuppte sich als kleine Glasfenster, die schräg an der Bodenseite lagen, aber leer war es dennoch.

16.129

Ø Schritte/Tag

10,5

Ø Kilometer/Tag

343

Bilder

25

Videos

Zumindest bis es dunkel wurde und die Stadt im Lichtermeer glänzte. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen einige Reisegruppen hinzu und man glaubt gar nicht, wie laut es dort drin war. Gut, die Akustik ist vielleicht eh nicht die Beste. Aber wie laut vor allem die Chinesen sind. Echt, Flo und ich mussten uns anschreien, um miteinander zu reden, obwohl wir direkt nebeneinander gesessen haben! Die Aussicht entschädigte aber dafür.

Zeitraffer Shanghai City

Nach dem spektakulären Sonnenuntergang mussten wir wieder die Flussseite wechseln. Das U Bahn-System ist zwar auch hier sehr gut, nur den Fluss überqueren, das gestaltete sich manchmal etwas schwieriger. Wir entschlossen uns die Fähre zu nutzen. Leider fuhr diese abends nur noch geradeaus auf die andere Seite und nicht Richtung Zentrum. Da wir schnell Bekanntschaft mit zwei netten Österreichern gemacht hatten, die ebenfalls von dort ein Taxi nehmen wollten, entschlossen wir uns dieses zu teilen. Also ging es los rüber mit der Fähre – wir waren wohl die einzigen Touristen. Auf der anderen Seite angekommen, spürten wir wieder sehr deutlich, dass wir „Ausländer“ sind. Kein einziges Taxi wollte uns vier mitnehmen. Die Männer sind schon halb auf die Straße gesprungen, um ein Taxi anzuhalten – keine Chance. Wie uns die anderen Beiden erzählten, scheint dies hier in Shanghai kein Einzelfall zu sein. Hatten wir ja auch schon in Peking gemerkt. Wobei das wohl nicht nur am „Ausländer-Dasein“ liegt, sondern die Chinesen alle Taxis über Apps bestellen und daher die meisten bereits reserviert sind. Vorschlag der Beiden war es in ein Hotel zu gehen und über die Rezeption ein Taxi zu bestellen. Nachdem wir bereits ungelogen 30 Minuten versucht hatten Taxis anzuhalten, schien das die beste Notlösung zu sein. Ab da hat alles ohne Probleme funktioniert. 

Andere lesen auch:  Wal-Rettung

Bar Rouge

Das gute an dieser Aktion war, dass uns Thomas den Tipp für die Bar Rouge gegeben hat und wir spontan beschlossen noch zu viert in die Rooftop-Bar zu gehen. Auch wenn die Getränke preislich nicht ohne waren (15 Euro für einen Mojito), war die Aussicht dafür einfach spektakulär! 

Gut zu wissen

  • Tipp: Am besten einfach mal die Fähre nutzen, um den Fluss zu überqueren. Ist sehr günstig (2 CRM pro Person) und man hat dabei noch eine tolle Aussicht auf die Stadt.
  • Taxi: Falls es Probleme geben sollte ein Taxi zu bekommen, einfach in ein Hotel gehen und ein Taxi bestellen lassen oder selber online bestellen.
  • Tolles Restaurant: In der Nanjing Road ist ein sehr leckeres und preisgünstig Restaurant.
Beitrag zurück Beitrag vor
    • Michael Beutel
    • 22. September 2019
    Antworten

    Hallo Ihr Lieben! Wir wissen gar nicht worauf wir zuerst schreiben sollen. Wieder einmal beindruckt uns Euer locker , flockiger Schreibstil. Wir lesen, sind gedanklich absolut dabei. Wir schmunzeln, haben ein Lächeln im Gesicht, dank eurer ausführlichen Beschreibung. Ich habe Sabine darüber berichtet, dass ihr auf Weltreise seid. Sie findet genauso schön, wie wir, dass Ihr ein Reisetagebuch führt. Somit ist es später einfacher zu reflektieren und zu berichten.
    Ich fang einfach mal an zu schreiben: Ein schönes sauberes Hotel habt ihr gewählt!
    Das mit den Taxis, da seid ihr jetzt um eine Erfahrung reicher geworden. Kostenloses Wasser, na ja, das mit dem Essen ging wohl so. Zum Glück habt Ihr Vapiano entdeckt und ward vielleicht gedanklich in Europa. Zugeschlagen habt ihr wie die „Rauptiere“! Können wir gut verstehen. Shanghai Tower, Singel – Rolltreppe, Financial District, alles beindruckend. Zick- Zack Brücke, Skyline vom Bund, Shanghai bei Nacht Wahnsinn. Gut das Florian einige Dollars dabei hatte. Er ist ein kluger Mann! Wie war es für Euch mit dem Ausblick, Glasboden, vom Tower? Ihr wisst ja, für mich ist das nichts! Schön finden wir, dass Ihr die beiden Österreicher kennen gelernt habt und sie Euch einige Tipps geben konnten, sowie einen schönen Abend hattet. So nun muss ich mal aufhören zu schreiben, dass ich die anderen Reiseberichte noch lesen muss. Eure Erlebnisse wären etwas für ein Reiseführer oder Hörbuch. Habe ich mir einfach mal gedacht. Seid beide herzlich lieb gedrückt!!!

    • Torsten
    • 19. September 2019
    Antworten

    Eure Kommentare, Beschreibungen inkl. erlebter Eindrücke sind sehr hilfreich für andere Reisende. Außerdem macht es Spaß, eure Beiträge zu lesen. Ich freue mich schon auf die nächsten. Somit haben wir die Möglichkeit, doch irgendwie etwas dabei Zusein. Genießt die Momente und das Leben … Viele liebe Grüße vom Torsten

    1. Antworten

      Vielen lieben Dank Torsten! Freut mich, wenn es ein wenig Spaß macht unsere Beiträge zu lesen. Ist ja eigentlich nicht so meins Texte zu schreiben, zumindest auf Arbeit 😛 Liebe Grüße Mandy

      • Flo
      • 21. September 2019
      Antworten

      Das freut uns sehr – danke Dir. Wir sind dann gespannt aufs nächste Feedback 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.