Aussicht Victoria Peak

Reisetagebuch Hongkong

Tag 10-11

Nach Japan hieß es nun noch einmal in Richtung China. Wobei für Flo gehört Hongkong nicht richtig zu China. Offiziell ist Hongkong erst seit 1997 eine Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China und war vorher eine britische Kolonie. Die Unabhängigkeit merkt man an jeder Ecke, sodass ich mittlerweile verstehe was Flo meint. Hongkong ist nicht China. 

Noch in Deutschland waren die aktuellen Unruhen in Hongkong tägliches Thema in den Nachrichten und wir waren bis zur Ankunft etwas gespannt, ob es noch Probleme geben sollte. Außer vermehrten Passkontrollen, bereits beim Zugang zum Flughafen, haben wir als Touristen in Hongkong selbst nichts mehr gemerkt. 

Vom Flughafen ging es ins Hotel, welches direkt im Zentrum auf Korowoon Island lag. Mit dem Airport Express sind es in nur 30 Minuten zur Central Station und von dort aus waren es nur noch zwei U-Bahn Stationen. Das heißt die gesamte Fahrt hat nicht einmal 40 Minuten gedauert! 

Unser Hotel

Schwieriger gestaltete es sich das Hotel Hop Inn on Mody zu finden. Wir sind zunächst auch glatt vorbei gelaufen und konnten uns beim Anblick der Gebäude in der Straße gar nicht vorstellen, dass hier unser Hotel sein sollte. Nachdem nun auch Flo nochmal in einer zweiten Karten-Map geschaut hatte, dass hier das Hotel sein sollte, sind wir die Straße nochmal auf und ab und haben nach der Hausnummer geschaut. Da war sie – 36/38. Doch was wir sahen, sah nicht wie ein Hotel aus. Ein maroder Eingang zum Hinterhof mit einem Fahrstuhl. Flo fühlte sich direkt an seine letzten Hongkong-Aufenthalte zurück erinnert und hoffte nur, dass es nicht schlimmer wird. Irgendwo ganz klein haben wir etwas von „Zimmervermietung“ 5. Stock gelesen. Mit dem Fahrstuhl ging es hoch. Als sich die Tür öffnete, stand an der Wand nun das erste Mal etwas von unserem Hotelnamen.

Ein kleiner Lichtblick. Die Dame an der Rezeption war freundlich und erklärte uns alles. Es gab sowohl einen Hostel-Bereich mit Schlafsälen als auch einen Bereich für Privatzimmer. Wir hatten ein privates Zimmer mit eigenem Bad genommen. Das Zimmer war unglaublich winzig, sogar noch kleiner als in Tokyo. Auch wenn es sehr sauber war und täglich gereinigt wurde, war die Ausstattung des Zimmers und des ganzen Hotels schon etwas schäbig gewesen und so richtig wohlfühlen konnte man sich da nicht. Nagut, Mandys Paranoia (sie hatte unten am Eingang schon eine riesen Kakerlake gesehen) tat ihr übriges.

Hinzu kam, dass es sehr hellhörig war und man nachts kaum schlafen konnte. Der Gemeinschaftsbereich war gemütlich und an sich fehlte es auch an nichts. Aber wir haben wieder festgestellt, dass solche Hostels/Hotels für uns bei ein bis zwei Nächten in Ordnung sind, denn die Lage war schließlich unschlagbar und sauber war es auch. Für den kurzen Stop-Over waren dies die ausschlaggebenden Argumente.

Erkundung der Stadt

So konnten wir bereits am ersten Abend zur Fluss-Promenade laufen und die Skyline genießen. An sich gibt es hier zwar keine Skyline mit mega bekannten oder einzigarten Gebäuden. Aber dafür gibt es diverse Hochhäuser und eine sehr breite Skyline, die uns begeistert hat. An der Promenade befindet sich auch direkt die Avenue of Stars, die ähnlich wie der „Walk of Fame “ in Los Angeles die Filmstars ehrt – hier aber in Form von Handabdrücke auf der Brücke.

Am nächsten Tag beschlossen wir die Skyline von oben zu betrachten und sind Richtung Victoria Peak. Dieser Hügel liegt auf der anderen Seite des Flusses auf Hongkong Island und ist eine echte Besonderheit dieser Stadt. Mit der Fähre ging es rüber auf die andere Seite. Hongkong Island ist sehr hügelig, sodass das gesamte Viertel und Altstadt am Hang liegt. Vom Fluss bis zu den Mid-Levels gilt es einige Höhenmeter zu überwinden. Um den Einwohnern die Wege zu erleichtern wurde vor einigen Jahren ein Rolltreppensystem erbaut. Diese verbinden die Stadtteile Central und Mid-Levels miteinander.

Es ist das weltweit größte Rolltreppensystem und besteht aus 20 hintereinander liegenden Rolltreppen mit einer Gesamtlänge von 800 Metern. Dabei werden 135 Höhenmeter überwunden. Will man einmal den gesamten Weg fahren benötigt man 20-25 Minuten. Morgens von 06-10:00 führen die Treppen hinunter ins Geschäftszentrum und ab 10:00 Uhr bis Mitternacht hinauf in die Wohngegenden. 

Victoria Peak

Um auf den Victoria Peak zu gelangen, kann man entweder die Peak-Tram nutzen oder hinauf wandern. Da Mandy in den letzten Tagen nicht ganz fit war (Halsschmerzen von der Klima und ein wenig Erkältung) entschlossen wir uns für die Zugfahrt. Oben angekommen kann man entweder die Aussicht von einer kostenpflichten Terrasse genießen (wirklich sehr teuer und aus unserer Sicht völlig unnötig) oder einfach eine kurze Wanderung unternehmen zu einem Aussichtspunkt. Flo kannte diesen bereits, also dachte Mandy warum nicht einfach einen neuen Aussichtspunkt ausprobieren der weiter oben sein sollte.

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Auf ging es – 20 Minuten stand auf dem Schild. Der Weg führte allerdings komplett an der Straße entlang und erwies sich nicht als Wanderweg. Irgendwann fragten wir uns, ob es bei den 20 Minuten wirklich 20 Fuß- oder Auto-Minuten sein sollten. Es ging immer weiter bergauf, doch irgendwann kamen Abzweigungen und die Wege endeten fast alle in Sackgassen ohne Aussicht. Einen Weg fanden wir dann, an dem sich auch ein Aussichtspunkt befand. Allerdings war dieser auf der ganz anderen Seite ohne Aussicht auf den Victoria Harbour, sondern in Richtung Meer. Das sollte der Aussichtspunkt sein? Wir konnten es gar nicht glauben. Nach der Wanderung waren wir völlig durchgeschwitzt und fertig und nun das.

Wir waren echt frustriert, zumal der Sonnenuntergang immer näher rückte und wir unbedingt die Aussicht noch am Tage erleben wollten. Da sich dort einige wenige Andere mit Autos hin verirrt hatten, hatten wir das Glück mit dem Auto mit runter zurück zur Tram-Station mitgenommen zu werden. Los ging es, auf ein Neues, dann doch zum bekannten Aussichtspunkt. Mit schnellen Schritten und ohne große Anstrengungen waren wir bereits nach 15 Minuten am wunderschönen Aussichtspunkt angekommen. 20 Minuten hatten wir noch bis zum Sonnenuntergang und konnten so sowohl den Blick auf die Stadt am Tage als auch in der Nacht genießen. Danke Jungs, dass Ihr uns mit dem Auto mit runter genommen habt.

Symphony of Lights

Symphony of Lights

Gegen 20 Uhr findet jeden Abend die Musik- und Lichtershow „Symphony of Lights“ statt. Pünktlich zum Beginn waren wir wieder unten am Fluss und hatten eine gute Sicht. Die Elemente der Show sind an sich nicht wirklich spektakulär. Verschiedene Laser, Lichter an den Hochhäusern. Das Besondere hierbei ist aber, dass über 40 Hochhäuser entlang des Flusses synchron und gemeinsam an der Show beteiligt sind – auf beiden Seiten. Das ist echt einmalig, dass das synchron und so gut funktioniert. 

Gut zu Wissen

  • Fähre: Natürlich kann eine Fahrt mit der Fähre keine komplette 60/90-minütige Bootstour ersetzen. Möchte man Hongkong aber mal vom Wasser aus sehen, dann sollte man unbedingt die „Star Ferry“-Fähre nutzen. Diese führt einen in 10 Minuten auf die andere Seite und kostet nur 2,70 HKD = 0,30 EUR. 
  • Metro: Das fahren mit der Metro funktioniert ohne Probleme und ist sehr einfach. 
  • Hongkong ist sehr international. Das merkt man beim Essen, den Gebäuden und Menschen in der Stadt. Auch mit Englisch kommt man hier sehr gut weiter. 
  • Aussicht vom Peak: Nicht der Straße folgen und Richtung „Victoria Peak“ laufen, sondern bevor es die Straße hoch geht den kleinen Wanderweg auf der rechten Seite nehmen.
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    • Michael
    • 26. September 2019
    Antworten

    Oh, einige Rechtsschreibefehler. Kann ich leider nicht mehr ändern.

    • Michael
    • 26. September 2019
    Antworten

    Mein ganzer Kommentar, dieser war nicht wenig, konnte nicht gesendet werden. Dieser war einfach mal weg!!! Mal schauen ob noch mal Lust habe alles neu zu schreiben?

    Ich fange mal an!

    Ja, die Menschen sind stolz Hongkong auf Ihre Unabhängigkeit. Die Anfahrt zu Eurem Hotel war ja mal schön einfach und kurz. Bei dem Anblick des Gebäudes würde ich nicht vermuten, dass dort sich ein Hotel befindet. Der Weg dorthin war schon etwas gewöhnungsbedürftig. Auch wenn das Zimmer klein ist und die Ausstattung einfach, habt ihr Euch zum Glück für ein Privatzimmer entschieden. Schön, dass Ihr auf Grund der Nähe am Abend die Skyline genießen konntet. Es sind auch schöne Bilder geworden.
    Ich finde es faszinierend, dass Ihr vom Victoria Peak, auch sehr hoch gelegen, die Skyline sehen konntet. Wenn ich mir das Geschäftsviertel, Straßenbahn und Werbung anschaue, erscheint es mir sehr bunt.
    Das Rolltreppensystem finde ich auch für ältere Menschen gut.
    Euer Ausflug zum Victoria Peak war auch schon eine Herausforderung, Dennoch habt Ihr nach langen hin – und her den richtigen Weg gefunden und wurdet mit einem schönen Aussicht belohnt. Hinzu kommt, dass Ihr rechtzeitig am Abend unten ward und die Symphony of Lights miterleben konntet. Das entschädigt doch hoffentlich die Trapatzen vom ganzen Tag. Sicherlich seid Ihr im Hotel angekommen, Duschen und ab ins Bett!?? Schreibt einfach weiter – Immer gut zu wissen: Sehr informativ! Habt gute entspannte Flüge und genießt die Zeit auf den Inseln!

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